Archive for Januar 2009

Handlungsanweisung 25

Januar 3, 2009

Am 18.09.2008 erhielt ich von Nicole Blaffert folgende Handlungsanweisung für Innenräume:

Du brauchst eine Leiter, um den Raum von einer anderen Höhe aus zu betrachten.
Lege Dich aber zuerst auf den Boden und betrachte die Decke, wie sieht sie aus, was für Besonderheiten kannst Du sehen: Lampen, Risse, Wasserflecken, Spinnweben etc.
Danach steige auf eine Leiter (je höher desto besser) und näher Dich so der Decke. Setze Dich auf den höchsten Punkt der Leiter und schaue auf den Raum hinunter.
Was kannst Du sehen, wie sieht der Raum von oben aus?
Versuche etwas über den Raum zu erfahren, wie alt, was und wen hat erschon alles gesehen, was wurde in ihm und mit ihm gemacht?
Notiere wie das Leben bzw. die Existenz dieses Raumes bis dahin verlief und wie es für ihn weitergeht.

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Handlungsanweisung 24

Januar 3, 2009

Am 23.08.2008 erhielt ich von Joanna Schulte folgende Handlungsanweisung:

Vielleicht könntest Du Raum erfahren, indem Du ihn erst einmal ausfegst. Du bräuchtest einen Besen und einen Handfeger mit Kehrblech, eine Fotokamera und einen Bleistift.
Der zusammengekehrte Dreck zeigt auf, wie der Raum ge- und benutzt ist, welche Spuren hinterlassen wurden, aus denen man wieder entnehmen kann, was in dem Raum vorher geschehen ist. Und davon machst Du ein Foto. Und Du könntest Dir Geschichten zu der Person ausdenken, die sich anhand des übrig gebliebenen Schmutzes ergeben.

Handlungsanweisung 23

Januar 3, 2009

Am 16.08.2008 erhielt ich von Gesa Werner folgende Handlungseinweisung:

Begib Dich in einen Fahrstuhl im Inneren eines Gebäudes. Der Fahrstuhl sollte weder Spiegel noch Bilder, Werbung etc. an den Wänden haben und es sollten keine weiteren Personen dabei sein.

Fahre mehrmals mit diesem Fahrstuhl auf und ab und beobachte, wie Du Dich in diesem Raum und in dieser Situation ohne jede visuelle oder akustische Ablenkung fühlst, wie Du die Bewegung wahrnimmst.

Begib Dich gleich im Anschluss in einen anderen Außenfahrstuhl mit Verglasung und Ausblick über ein beliebiges Gelände und führe den Vorgang genauso durch wie in dem ersten Fahrstuhl.

Vergleiche die unterschiedlichen Empfindungen bzw. die Wahrnehmung der Bewegungsveränderung während Du still stehst in einem jeweils geschlossenen Raum mit und ohne visuelle und akustische Ablenkung.

Handlungsanweisung 22

Januar 3, 2009

Am 12.08.2008 erhielt ich von Alexander Musik folgende Handlungsanweisung:

Ich würde sagen: Begib Dich auf eine Hauptstraße, tue etwas Privates (schreiben, vor Dich hin reden, weinen?) und bleibe sitzen / stehen, eine Stunde oder zwei.

Handlungsanweisung 21

Januar 3, 2009

Am 09.08.2008 erhielt ich von Farina Fröde folgende Handlungsanweisung:

CHINA: WAS PASSIERT IM FAHRSTUHL?
ein Raum, der sich fortbewegt und in dem sich Menschen befinden
In China wirst Du doch wahrscheinlich öfter die Möglichkeit haben, im Fahrstuhl zu fahren. Dann beobachte bitte einfach, was dort passiert – solange wie Du willst. Wie verhalten sich die Menschen, wie fühlt sich die Bewegung an, was für Beziehungen und Gemeinsamkeiten entstehen? Du kannst das ganze – wie auch immer – dokumentieren oder einfach nur auf Dich wirken lassen.

Handlungsanweisung 20

Januar 3, 2009

Am 05.08.2008 erhielt ich von Anna Krammig folgende Handlungsanweisung:

“ ich bitte dich, mindestens eine zeichnung am und vom wegesrand zu machen. „

Handlungsanweisung 19

Januar 3, 2009

Am 30.07.2008 erhielt ich von Friederike Dönnges folgende Handlungsanweisung:

1. alle Handlungen sollen im Außenraum stattfinden.
2. alle Handlungen sollen wiederholend ausgeführt werden mit einer Dauer von ca. 10 Minuten.
3. prinzipiell geht es darum Alltagstätigkeiten in die freie, d.h. unbebaute und möglichst unbewirtschaftete natur zu verlagern.(so das in China möglich ist)
4. eine Dokumentation wäre für mich interessant, da ich alle Handlungen die ich dir nachfolgend aufzählen werde, während meines Reisestipendiums in Patagonien ausgeführt habe (und mit Video dokumentiert)

1. fegen (in der Wüste)
2. aufwischen (Fluß)
3. staub aufhäufen
4. Radio hören
5. stehen
6. sitzen
7. sammeln (Steine)

Chinaprojekt Antwort

Januar 2, 2009

Christiane Fichtner antwortet am 02.02.2009:

Mein »Ich« bildet das Zentrum für meine Arbeit.
Es ist die Frage, ob es die Peripherie daher wirklich gibt. Da, wo sich der Mensch aufhält, bildet er über sein »Ich« das Zentrum.

Bilder entstehen vor allem aus Bildern.
Gedanken entstehen vor allem aus Gedanken.
Konzepte entstehen vor allem aus Konzepten.

Ich – Du.
Spiegelbeziehung.
Das »Ich« steht in Beziehung mit dem Anderen.
Mode. Begeisterung. Manipulation. Projektion. Einfluss. Verdauung. Gehirnwäsche. Diskurs.
All diese Begriffe bilden einen Teil der Spiegelbeziehung.

Zum Arbeiten brauche ich ein Notizbuch, Stifte und mich selbst. Dafür kann ich auf dem Mond sitzen, in einem Bergdorf am Comer See oder in New York.
Für den Diskurs, den Kunstbetrieb brauche ich das Gespräch, den Austausch, die Begeisterung, die Zeigeform und die wird in Fülle in den Städten und Metropolen betrieben und angeboten.

Die Frage der Peripherie und des Zentrums spielt eine Rolle im Kunstbetrieb und in der eigenen Biografie (die speziell in Europa zum Entziffern des künstlerischen Werkes gehört).

Eine Arbeit, ein Werk in der Kunst braucht Kriterien oder auch eine erkennbare Codierung um dechiffriert zu werden. Das Wissen, um eine Künstlerin, die in einer Großstadt aufwuchs, an einer etablierten Kunstakademie studierte und jetzt »am Puls der Zeit« in einer Metropole lebt, lässt sich leichter auf ihr künstlerisches Werk anwenden, um dieses zu dechiffrieren. Diese Bedeutung verweist eher auf die Schwäche von uns Menschen, als auf die Kraft der Metropole.

In meinem Projekt »Biografie« hinterfrage ich interaktiv die Bedeutung der Vita in Bezug auf die künstlerische Arbeit. Ich treibe diese Kollaboration bis zur eigenen Selbstauflösung, indem ich die »Fakes« als Realität benutze.

Was bin ich für eine Künstlerin, wenn ich in Sao Paulo geboren wurde, im Unterschied zu meinem Geburtsort Jena oder meinem Geburtsort Le Nairrac?
Was bin ich für eine Künstlerin, wenn ich in einer Metropole ausgebildet wurde, im Unterschied zu einer Szenefrau, die sich autodidaktisch in die Kunst spielt?

Viele der so genannten Kunstmetropolen opfern ihr »Kunst-Leben« dem ökonomischen Sektor und haben deshalb viel und gleichzeitig wenig zu bieten.

Die so genannte Peripherie – und in meinem Fall der Wechsel zwischen Städten wie Bremen (Peripherie) und Berlin (Zentrum) – ermöglicht mir aus der »Reisedistanz« einen Blick, der anders ist, als wenn ich voll und ganz in einem Zentrum einer Metropole leben würde. Ich suche den Wechsel, die Reise und die Veränderung meines Blickes, um meine Wahrnehmung zu schärfen.

Vielleicht könnte ich dies auch am Bildschirm meines Rechners in Mexiko City oder in Galan/Frankreich.

Neben der virtuellen Welt verlangt mein Körper nach dem Unterwegssein, da die Gedanken dann anders rollen. So wie sich auch beim physischen Gehen ein Gedanke leichter entwickeln lässt.

Chinaprojekt Fragen

Januar 2, 2009

Am 15.12.2008 erhielt ich folgende FRAGEN für die zukünftige Publikation „NOT BERLIN AND NOT SHANGHAI“ zu unserem China-Projekt:

Was bewegt Dich in „der Peripherie“ künstlerisch zu arbeiten? War es eine bewusste Entscheidung? Wie kam es dazu?

Woher nimmst Du Deine Einflüsse?

Hast Du Angst in der Peripherie etwas zu verpassen? Wenn ja, was denn?

Was geht Dir an der Kunstszene z.B. in Berlin oder Bremen auf den Geist?

Wie würdest Du die Metropolen der Kunst beschreiben?

War Nanning für Dich Peripherie? Wie hat sich das bemerkbar gemacht?

Welchen Einfluss hat dein Arbeitsort darauf, wie Deine Kunst wahrgenommen wird?

Ist die Frage des Ortes in der globalisierten Welt hinfällig geworden? Wieso?

Wie anders wäre Deine künstlerische Karriere verlaufen, wenn ….

Handlungsanweisung 18

Januar 1, 2009

Am 30.07.08 erhielt ich von Pia Niewöhner folgende Handlungsanweisungen:

Kaufe eine Schere. Gehe los, ohne dich vorher zu informieren, wo man eine Schere kaufen kann. Komme allein durch Fragen, Hinweise die deine Weg kreuzen, Visuelles das du zu erkennen meinst, zum Ziel.

Nehme ein Holzstab, der als guter Resonanzkörper dient. Gehe vom Atelier aus los und lasse den Stab an/über alle Gegenstände stoßen/gleiten, die deinen Weg kreuzen. Richte deinen Weg daran aus, den nächstmöglichen Gegenstand intuitiv anzusteuern. Bestimme selbst das Ausmaß, lasse dich durch dein tägliches Bewegungsumfeld wandern, nur orientiert am nächsten Gegenstand, den du streifst, in möglichst dichter Klangabfolge.
Gelange zum Abschluss wieder am Atelier an.

Entwickle eine Gewohnheit, eine alltägliche Handlung. Vollziehe diese Handlung jeden Tag.
Es soll eine Geste/Handlung sein, die dein Tagesablauf ohnehin beinhaltet, die aus dem Ort und der Situation entsteht, und zu einem Aspekt eines kurzen Alltags wird.

Handlungsanweisung 17

Januar 1, 2009

Am 29.07.08 erhielt ich von Franziska Keller folgende Handlungsanweisung:

Nehme ein Stück Kreide und ziehe Kreise auf dem Fußboden um dich rum. Die Anzahl der Kreise entspricht der Anzahl Deiner Lebensjahre. Die Kreise dürfen sich überschneiden. Sei bitte vorsichtig, dass Du keine Deiner Linien verwischt.

Handlungsanweisung 16

Januar 1, 2009

Am 28.07.08 erhielt ich von Gitti Scherer folgende Handlungsanweisung

Spüre den Widerstand

Nimm Dir ca. 15-20 Minuten Zeit.
Ziehe Dir bequeme Sachen an die evtl. dreckig werden dürfen (falls die Wände nicht so clean sind) evtl. noch lieber ein Tuch ums Gesicht.

Spüre den Widerstand

Stelle Dich in die Mitte deines Raumes. Habe das Fenster im Rücken.
Gehe auf die Wand vor Dir zu. Breite die Arme aus und drücke Dich mit aller Kraft gegen die Wand. Spüre den Druck an deiner Wange. Versuche mit möglichst viel Deiner Körperfläche an der Wand zu sein. Und verharre so einen Moment. Spüre die Wand, ihr Gegengewicht, spüre Deine Grenzen und Deine Kraft. Lass dein Kraftzentrum langsam durch seinen ganzen Körper wandern. Drücke mit der Wange, den Schultern, den Händen, dem Bauch, dem Becken, den Schenkeln, den Füssen. Und wieder Schritt für Schritt nach oben. Löse den Druck.
Dann folge der nächsten Anweisung.

Durchwälze den Raum

Lass Dich vertraut mit dem Rücken an die Wand „fallen“, eher lockeres Lehnen. Schließe Deine Augen. Lass sie nach Möglichkeit die ganze Zeit geschlossen. So als würdest Du Dich verschlafen genüsslich im Bette wälzen, (ich hoffe die Wand ist halbwegs sauber) so drehst Du Dich nun die ganze Wand entlang. Kuschelst Dich nach Belieben in der Ecke. Spüre die Enge aber evtl. die Vertrautheit, Geschütztheit dort. Verweile so lange wie es Dir beliebt. Lasse das Raumgefühl auf Dich wirken.
Kuller/drehe Dich weiter die Wand entlang. Spüre die große weite Fläche, wie fühlt sich das an? Verweile etwas. Fahre fort mit Deiner kontinuierlichen Durchwanderung des Raumes entlang der Wände. Nimm alles mit: die Türen, die Fenster, die Schränke oder was Dir sonst auf deinem Weg begegnet. Bis Du wieder an deinem Ausgangspunkt bist. Wo gibt es magische Zentren, wo Du Dich wohler fühlst als an anderen Orten?
Suche diesen Lieblingsort noch mal auf. Verweile dort. Spüre. Öffne dann langsam wieder die Augen.

Abenddämmerung.
Nimm Dir ca. 1Stunde Zeit.
Ca. 30 Minuten bevor es dunkel wird: setze Dich bequem in die Mitte des Raumes (auf ein Kissen o.ä.).
Bleibe auf einem Fleck, mache kein Licht. Warte bis die Dämmerung hereinbricht. Beobachte wie sich der Raum durch das Schwindende Licht verändert.

Handlungsanweisung 15

Januar 1, 2009

Am 28.07.08 erhielt ich von Thomas Bratzke folgende Handlungsanweisung:

Wirf eine Münze nach dem Morgentee.

Wenn Zahl erscheint,
dann öffne ein Fenster im Raum und setze Dich auf den Boden.
Atme für ein paar Minuten ein und aus. Versuche Deine Sinne zu wecken durch die frische Morgenluft.
Fahre so fort bis du ein Geräusch hörst welches Dich auf solche Art findet wie Du es nicht erwartet hättest.
Setze Dich nach einer Zeit an den Tisch und versuche das Antlitz dieses Geräusches auf ein Papier zu zeichnen.
Versuche dabei nicht zu erraten, wie der Gegenstand oder die Situation aussah, welche dieses Geräusch hervorgebracht hatte, sondern versuche Dir das Geräusch selbst in Erinnerung zu rufen.

Wenn Kopf erscheint,
dann geh raus auf die Straße, geh für 54 Schritte nach links.
Suche nach dem nächsten Baum von dort aus.
Wenn Du den Baum gefunden hast schaue in den Himmel. Verweile mit Deinem Blick am Himmel bis Du es besser findest den Kopf zu senken. Suche nun einen kleinen Gegenstand am Boden in der Nähe des Baumes.
Nimm ihn vom Boden auf und trage ihn mit beiden Händen nach Hause.
Zu Hause versuche den Gegenstand 11 Mal auf ein Papier zu zeichnen.
Schreibe zu jeder Zeichnung ein Wort.

Handlungsanweisung 14

Januar 1, 2009

Am 28.07.08 erhielt ich von Heiko Senst folgende Handlungsanweisung:

DER RAUM

Die Tür des Raumes ist noch nicht geöffnet. Du bist barfuss und hast geschlossene (am besten: verbundene) Augen.
Jemand öffnet Dir die Tür.
Du betrittst vorsichtig den Raum. Du gehst vorwärts in den Raum (so weit hinein, wie Du Dich selber sicher fühlst – mindestens aber 8 Schritte).
Sei so behutsam, dass Du Dich oder Dinge im Raum nicht in Gefahr bringst.

Wenn Du Dich entschieden hast, stehen zu bleiben, halte kurz inne und lass Dich dann langsam zu Boden gleiten.
Du kommst auf dem Rücken zum Liegen.
Du öffnest Deine Augen und blickst Dich um.