Archive for Juni 2008

Heftarchiv, Tägliches Schreiben

Juni 21, 2008

„Christiane Fichtner schreibt. Sie tut dies fast täglich. Die Notate entstehen im Atelier und zuweilen auch bei der Arbeit oder zu Hause. Gerichtet sind die Notate an die Notizbücher.

Man könnte sagen, dass es Christiane Fichtner beim Schreiben ihrer Notate in zweierlei Hinsicht um die Gestaltung ihres Alltags geht. Zum einen trifft sie beim Schreiben eine Entscheidung darüber, was sie in der folgenden Woche aus den Notizbüchern heraus zieht. Zum anderen ist der Vorgang des Schreibens selbst eine Methode zur Gestaltung des Alltags. Das Schreiben ermöglicht es Christiane Fichtner, ihren Alltag zu strukturieren. Freie Zeit wird mit einer Beschäftigung ausgefüllt, die Spaß macht und Langeweile vertreibt.

Schreiben ist ein Weg, sich Zeit zu Eigen zu machen. Aber nicht nur Zeit sondern auch Raum. Um Schreiben zu können, muss man sich im Alltag Raum dafür schaffen.
Wer schreibt, nimmt sich Zeit und schafft sich Raum. Und genau das tut Christiane Fichtner. Indem sie Raum und Zeit mittels des Schreibens auf ihre Weise organisiert, könnte man sagen, gestaltet sie ihre Welt nach ihren Wünschen.

Was sich in Christiane Fichtners Notaten vollzieht und was sie dementsprechend nachvollziehbar macht, ist also nichts Geringeres als die Geburt eines Systems oder, was dasselbe ist, das prozesshafte Entstehen von Kunst aus der Lust an der Wiederholung und Variation einer Beschäftigung.“
Marcus Varnhagen

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